Kirche und Diakonie

… wer mich kennt weiß, dass mich das Thema Diakonie immer wieder bewegt. Diakonie ist mehr als Sozialarbeit. Diakonie ist gelebtes Evangelium. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es in pietistischen Keisen zu sehr um das eigene fromme Seelenheil und die Heiligung der eigenen Person geht, als um die Sorge um die Armen und Ausgestoßenen unserer Gesellschaft. Ich glaube, dass fernab von allen Berührungsängsten mit anderen Gesellschaftsschichten, der Ruf um echte Diakonie in unserer Gesellschaft mehr als gefragt ist. Jesus kümmerte sich wenig um Grenzen, welche durch gesellschaftliche und soziale Schichten existent waren. Gerade das Johannesevangelium (Johannes 4, u.a.) zeugt hier von einer großen Weite und Sorge Gottes um “die anderen”. Gott ist hier der ganz Weite und Große, welcher offene Arme und Hände für “andere” hat. Ich glaube immer noch, dass wir Christen im Schmutz und Dreck von sozial Ausgestoßenen Christus finden und erleben können. Er indentifiziert sich so sehr mit seinem Menschen, dass ein einfaches Glas Wasser, welches wir einem anderen Menschen reichen, letzlich Ihm reichen (Matthäusevangelium Kapitel 25). Wen sehen wir in den Armen? Einen verwahrlosten Menschen, einen Feind, einen ganz Fremden oder Christus selbst?
Noch immer träume ich von einer Kirche, welche aktiv auf andere zugeht, um die Verlorenen weint und sich nicht zu schade ist, sich mit dem “Schmutz” unserer Gesellschaft einzulassen. Ist ein solches Leben Jesu heute noch möglich? Ich glaube daran, dass dies möglich ist. Und, dass dies mehr als eine Möglichkeit ist, sondern, dass dies ein fester Bestandteil und Auftrag Gottes an uns heute ist. Können wir den Aussätzigen und Armen umarmen, in dem Sinne, dass wir so Jesus Christus umarmen, wie es einst Franz von Assissi tat oder eine Mutter Theresa von Kalkutta? Oder schwimmen wir lieber in der frommen Suppe der Sorge um das eigene Seelenheil und mühen uns um immer mehr Methoden wie wir unser eingenes Leben “besser und heiliger” gestalten können? Vielleicht ist die Antwort auf viele Fragestellungen in der Sorge um die Armen verborgen?
Ja ein Obdachloser stinkt, eine Prostituierte ist keine einfache Person und der Asylant ist uns ganz fremd. Die Kinder welche ohne Väter in Armut groß werden weit weg von uns. Das Teenagermädchen mit drei Abtreibungen so fern von unseren lauschigen Kirchenbänken. Die Nachbarn, welche sich laut streiten sind die Unruhestifter. Doch ich glaube noch immer fest dran, dass wir hier Christus finden. Und Er wartet auf sie. Mit gekreuzigten und offenen Armen. Es wird Zeit, Ihm auf seinen Leidensweg entgegen zu gehen. Fernab von “christlichen Programmen”, der Sorge um das fromme Ego und allen christlichem Lärm.
Selbst im Schweigen wohnt das Lob Gottes.
“Herr, mache mich zu einem Werkzeug Deines Friedens, dass ich liebe, wo man sich hasst;dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt; dass ich verbinde, wo Streit ist;dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht; dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweifelung droht; dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert; dass ich Freude bringe, wo Kummer wohnt. Herr, lass mich trahcten,nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste; nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe. Denn wer sich hingibt, der empfängt;wer sich selbst vergißt, der findet;wer verzeiht, dem wird verziehen; und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.”
Matthias
Matthias (admin) am 28. February 2008 in Glaube
