Monatsarchiv für February 2008

Kirche und Diakonie

… wer mich kennt weiß, dass mich das Thema Diakonie immer wieder bewegt. Diakonie ist mehr als Sozialarbeit. Diakonie ist gelebtes Evangelium. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es in pietistischen Keisen zu sehr um das eigene fromme Seelenheil und die Heiligung der eigenen Person geht, als um die Sorge um die Armen und Ausgestoßenen unserer Gesellschaft. Ich glaube, dass fernab von allen Berührungsängsten mit anderen Gesellschaftsschichten, der Ruf um echte Diakonie in unserer Gesellschaft mehr als gefragt ist. Jesus kümmerte sich wenig um Grenzen, welche durch gesellschaftliche und soziale Schichten existent waren. Gerade das Johannesevangelium (Johannes 4, u.a.) zeugt hier von einer großen Weite und Sorge Gottes um “die anderen”. Gott ist hier der ganz Weite und Große, welcher offene Arme und Hände für “andere” hat. Ich glaube immer noch, dass wir Christen im Schmutz und Dreck von sozial Ausgestoßenen Christus finden und erleben können. Er indentifiziert sich so sehr mit seinem Menschen, dass ein einfaches Glas Wasser, welches wir einem anderen Menschen reichen, letzlich Ihm reichen (Matthäusevangelium Kapitel 25). Wen sehen wir in den Armen? Einen verwahrlosten Menschen, einen Feind, einen ganz Fremden oder Christus selbst?

Noch immer träume ich von einer Kirche, welche aktiv auf andere zugeht, um die Verlorenen weint und sich nicht zu schade ist, sich mit dem “Schmutz” unserer Gesellschaft einzulassen. Ist ein solches Leben Jesu heute noch möglich? Ich glaube daran, dass dies möglich ist. Und, dass dies mehr als eine Möglichkeit ist, sondern, dass dies ein fester Bestandteil und Auftrag Gottes an uns heute ist. Können wir den Aussätzigen und Armen umarmen, in dem Sinne, dass wir so Jesus Christus umarmen, wie es einst Franz von Assissi tat oder eine Mutter Theresa von Kalkutta? Oder schwimmen wir lieber in der frommen Suppe der Sorge um das eigene Seelenheil und mühen uns um immer mehr Methoden wie wir unser eingenes Leben “besser und heiliger” gestalten können? Vielleicht ist die Antwort auf viele Fragestellungen in der Sorge um die Armen verborgen?

Ja ein Obdachloser stinkt, eine Prostituierte ist keine einfache Person und der Asylant ist uns ganz fremd. Die Kinder welche ohne Väter in Armut groß werden weit weg von uns. Das Teenagermädchen mit drei Abtreibungen so fern von unseren lauschigen Kirchenbänken. Die Nachbarn, welche sich laut streiten sind die Unruhestifter. Doch ich glaube noch immer fest dran, dass wir hier Christus finden. Und Er wartet auf sie. Mit gekreuzigten und offenen Armen. Es wird Zeit, Ihm auf seinen Leidensweg entgegen zu gehen. Fernab von “christlichen Programmen”, der Sorge um das fromme Ego und allen christlichem Lärm.

Selbst im Schweigen wohnt das Lob Gottes.

“Herr, mache mich zu einem Werkzeug Deines Friedens, dass ich liebe, wo man sich hasst;dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt; dass ich verbinde, wo Streit ist;dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht; dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweifelung droht; dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert; dass ich Freude bringe, wo Kummer wohnt. Herr, lass mich trahcten,nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste; nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe. Denn wer sich hingibt, der empfängt;wer sich selbst vergißt, der findet;wer verzeiht, dem wird verziehen; und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.”

Matthias

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Matthias (admin) am 28. February 2008 in Glaube

… neulich gefunden


… und herzlich gelacht. “Verstehen Sie Spass” war für mich einfach die Kultsendung meiner Kindheit. Das Fernsehen war irgendwie netter und höflicher. Und vor allem seltener. Ja, der Glotzkasten lief selten. Heute habe ich keinen mehr.

Matthias

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Matthias (admin) am 20. February 2008 in Alltag

Über das unsoziale Verhalten von Geschirrspülautomaten …

… und die Auswirkungen auf das Sozialverhalten deren Besitzern und das Kommunikationsverhalten der Hausgäste…

Seit ein paar Tagen ist unser Geschirrspülautomat kaputt. Ich war ja schon immer gegen die Anschaffung eines solchen “sozialkompetenzvernichtenden Automaten”. Dies ist sicherlich einer kurzen Erklärung wert. Also ich bin ohne so einen “Geschirrspülautomaten” groß geworden (… dies hat auch “ohne” ganz gut funktioniert). Meine Frau ist “mit” groß geworden. Ich habe einfach viele, viele gute Gespräche mit den verschiedensten Menschen beim Abwasch erlebt. Als Kind mit meiner Mutter, als Jugendlicher mit meinen Freunden und in diversen WG’s mit meinen Mitbewohner. Okay … da zumeist sporadisch … aber dies liegt nun einmal in dem konzeptionellen Modell einer WG begründet. Aber abgesehen davon, habe ich den Abwasch von Geschirr am Spülbecken immer als einen Ort der Kommunikation erlebt. Meine Frau nicht. Aber sind wir doch endlich einmal ehrlich: Wo finden die Gespräche statt, die man(n) sonst beim Abwasch haben könnte? Nirgends! Eine ganz klassische Beobachtung von mir ist folgende: Du hast Besuch, man unterhält sich beim Essen und führt lange, wenn auch oberflächliche Gespräche. Bevor alle gehen bittet man(n) darum in der Küche noch zu helfen. Und in der irgendwie vertrauten Szene einer Küche finden dann die “echten” Gespräche statt. So zwischen dreckigem Geschirr, Handtüchern und dem einsortieren von Geschirr fällt dann der Satz: “Du, was ich Dir eigentlich schon länger sagen wollte …”.

Nun bin ich fast 29 Jahre als und besitze einen “Geschirrspülautomaten” in meiner ansehnlichen Einbauküche. Lieblos und ohne viele Worte wird das Geschirr dort hineingetan. Hastig werden die teuer erworbenen Chemikalien in die entsprechenden Fächer dieses Höllenautomats geschüttet, die Tür zugeworfen und Sekunden später ergießen sich diese Chemikalien auf dem Geschirr und der Automat surrt und spült stumm vor sich hin. Eine immer wiederkehrende trostlose Szene in deutschen Haushalten. Die Welt ist einfach nicht mehr das, was sie einmal war.

Nach fünf Monaten ist dieser “kommunikationskillende Automat” nun kaputt gegangen. Und es ist keine Garantie mehr drauf, da die Küche schon 2 Jahre alt war - beim Kauf …

Das “tolle” ist, dass der Kundendienst 80 Euro für die Anfahrt verlangt. Also, da merke ich wieder, dass ich mich beruflich umorientieren sollte … Aber abgesehen davon finden seit dem Defekt des “Geschirrspülautomaten” wieder Gespräche in unsere Küche statt. Erst letzte Woche wieder. Zwischen dreckigen Geschirrstapeln, Handtüchern und dem einräumen von Geschirr in den Schränken. Ach, wie ist dies schön. Zumindest bis jemand irgendwann in der nächste Zeit ankommt und diesen “Geschirrspülautomaten” repariert … ich merke, dass ich den mir noch unbekannten “Klempner” dann nicht meinen Unmut über sein Handeln zu spüren geben darf … ich werde dafür beten müssen.

Matthias

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Matthias (admin) am 18. February 2008 in Alltag

Anita’s Ergänzung zu Matthias’ Rückblick

  • Wir haben IKEA-Möbel online bestellt. Bald ist unser Schlafzimmer komplett. Voraussichtlich werden die Möbel gerade noch rechtzeitig vor meinem Geburtstag in die Wohnung geliefert. Und schon wieder nimmt die IKEA-Schrauberei kein Ende!
  • Mit Elektronikern sind wir hier in Zirndorf reichlich gesegnet. Mein Verwandter hat mein Bügeleisenkabel repariert, unsere Dunstabzughaube hat jemand aus dem Jugendkreis repariert (fettige Schränkchen und Essensgeruch ade…). Ein anderer repariert mein Fahrrad (ok, das hat jetzt nicht direkt was mit Elekrik zu tun). Schön, dass Gott uns da so versorgt. Nur, wer erbarmt sich über unsere Spülmaschine? Oder müssen wir weiter Schwimmhäute zwischen den Fingern wachsen lassen? Gott sei Dank - unsere Waschmaschine läuft noch!

  • Letzte Woche waren wir wieder im Schwabenland, genauer gesagt in meiner Heimatstadt Metzingen. Wo ist es schöner als dort? Um die Metzinger Outlets machten wir einen großen Bogen, dafür genossen wir die Zeit bei meiner Familie, bei Freunden und auf dem Metzinger Weinberg. Auf dem Berg, mit dem ich viele schöne Erinnerungen an meine Kinder- und Jugendzeit verbinde.Metzinger Weinberg mit 'Weißem Häusle
  • Nachdem wir über ein halbes Jahr nicht mehr an unserem alten ‘Wohn- und Studienort’ Adelshofen waren,war es Zeit für eine Stippvisite. Alljährlich kommen etwa 1000 Kinder dort hin, um einen spannenden Tag zu erleben. Schon komisch, mal dort zu sein, ohne als Tellerwäscher oder Kulissenschieber involviert zu sein. Wir haben’s genossen. Es war ein richtig schöner Tag und unsere beiden ehemaligen Studienkollegen Becky und Martin haben mit ihrem Team ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Unsere beiden Schützlinge aus Zirndorf und ihre Mutter waren auch mit Begeisterung dabei. Nächstes Jahr kommen wir bestimmt mit mehr Kindern und Eltern.

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Matthias (admin) am 16. February 2008 in Alltag

Rückblick …

… und ein Ausblick

Ich habe nun beschlossen wieder zu bloggen. Diese Zeit muss einfach sein. So möchte ich an der Stelle einfach einen kurzen Rückblick über die letzte Zeit geben.Wir sind immer wieder froh, wenn uns Freunde nicht vergessen und sich einfach mal melden.

- Wir haben uns inzwischen gut in unserer Arbeit in der “Christusgemeinde Zirndorf” eingearbeitet

- Wir sind dabei den Bereich der Kinder - und Jugendarbeit in der “Christusgemeinde Zirndorf” teilweise umzugestalten

- Gründung eines Jugendhauskreises bei uns zu Hause

- Im Märze liegt eine Kinderbibelwoche vor uns

- … dazwischen gibt es wieder einen kleinen “Boxenstop” … also einen Miniurlaub zum erholen und auftanken (… sehr wichtig)

- meine sportlichen Ziele rücken in den Hintergrund aufgrunde einer immer wiederkehrenden Erkältung

- wir haben einen neuen Farblasedrucker, den “CLP 300″ von Samsung (… bin begeistert von dem Teil)

- ab März fangen wir im sozialen Brennpunkt unserer Stadt eine kostenlose Hausaufgabenbetreuung für Kinder an

Dies waren einfach mal ein Punkte die mir eingefallen sind … dazwischen befinden sich viele kleine Geschichten und Anekdoten. Ich werde einfach mal eine von diesen vielen kleinen Alltagsgeschichten demnächst hier veröffentlichen.

Gruß

Matthias

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Matthias (admin) am 15. February 2008 in Alltag